Sonntag, 31. Januar 2010

FOTOGRAFIE: the importance of being earnest

Photobucket

weekend without make-up.

Freitag, 29. Januar 2010

FOTOGRAFIE: Rosemarys Babies

introducing the boys

Photobucket

Photobucket

Photobucket

Photobucket

Photobucket

Photobucket

Photobucket

Photobucket

Photobucket

Photobucket


Photobucket

Photobucket



L O V E L I K E S E M T E X

Fotos: Lukas Zenger, Sebastian Hauber, Maximilian Gernandt

Donnerstag, 28. Januar 2010

KUNST: Eklat #1 - kunsthistorisches Lästern



"So eine dumme Hure, arrogant ohne Ende, die würde doch alles für Geld machen, die ist so hinterhältig und überhaupt ist ihr Mann der hässlichste auf der ganzen Welt!"
klingt nicht besonders nett und ist sowieso auch ein bisschen primitiv - also warum nicht einfach ein Bild malen?

Beleidigen auf Klassizistisch:
Girodet - Madmoiselle Lange als Danae (1799)




Hübsch, nicht?
Das Gemälde von Girodet kann man sich ohneweiteres - mit dem nötigen Kleingeld in Form von mehreren Millionen - ins Wohnzimmer hängen. Eine ansehnliche, unbekleidete Dame, süße kleine Engel, allesamt geschmückt mit Pfauenfedern und Perlen. Sieht doch ganz gut aus. Dabei ist jeder Zentimeter der Leinwand eine einzige Beleidigung.
Nur gut, dass man auf den ersten Blick nicht feststellen kann, dass es sich hierbei um einen der größten Skandale des Klassizismus handelt: Hier wird so richtig fies gelästert.
Wer heute sich das Maul zerreissen will, macht das am liebsten im Internet. Gerne in Form von Kommentaren und Gästebucheinträgen. Richtig spannend wird es doch erst, wenn man Beleidigungen in den öffentlichen Raum stellt, da kann der Betroffene - ganz zufällig - darauf stoßen, und alle anderen wissen auch gleich Bescheid.

Viel stilvoller und vorallem viel subtiler haben es die Franzosen im 18. Jahrhudert gelöst. Madmoiselle Lange hat dies wohl am deutlichsten erfahren.

Die hübsche, erfolgreiche Schauspielerinnen war Ende des 18.Jahrhundert einer der schönen, erfolgreichen Pariserinnen, die sich gerne in intelektuellen Kreisen herumtrieb, in den gängigen Salons über Kunst diskutierte und sich gerne als ein Teil der Szene sah. Damit war sie sehr erfolgreich, bis sie Bekanntschaft mit dem erfolgreichen, jungen Maler Girodet machte. Ihm, als Schüler von David, war praktisch eine große Karriere in die Wiege gelegt worden.
"Mal mich als Venus", bat sie den gerade mal 23-jährigen Künstler. Der nahm den Auftrag gerne an - und lachte sich dabei heimlich ins Fäustchen. Sich selbst als Liebesgöttin dargestellt sehen zu wollen, das war - bei allem Respekt - dann doch etwas überheblich.
Gesagt, getan. Girodet malte Madmoiselle Lange als Liebesgöttin und schickte ihr das Bild zu. Kommentarlos erreichte es den Künstler wenige Tage später per Post: Madmoiselle Lange hatte es wutschnaubend zurückgesendet.



Girodet: Madmoiselle Lange als Venus (1799)


Was ihr so massiv misfiel, war nicht die freizügige Darstellung - damit musste sie als Verkörperung der Venus rechnen: In 2000 Jahren Kunsthistorik wurde nicht einmal Venus bekleidet dargestellt. Viel mehr war die Perlenkette und der Spiegel Grund ihres Wutausbruchs: Perlen, das stand jeher für den Schmuck der Dirnen, der verzückt vedrehte Kopf in Richtung Spiegel thematisierte geradezu plakativ ihre Selbstverliebtheit.
Girodet kommentierte diese Handlung mit nicht einem schlechten Wort. postwenden machte er sich an die Arbeit für ein neues Werk. Abermals sollte Madmoiselle Lange Hauptigur sein. Allerdings sah er nicht im Gernigsten ein, ihre ein neues, gefälligeres Werk zu erschaffen.
Als Venus gefiel sie sich nicht. Warum dann nicht einfach sie in die Rolle einer neuen mythologischen Figur stecken?
Girodet malte Madmoiselle Lange als Danae.
Und Danae war das Sinnbild der Prostitution: Sie ließ sich von Zeus schwängern - aber erst, nachdem dieser ordentlich Goldstücke auf sie herunter regnen ließ. Damit nicht genug: Neben ihr positionierte er eine tote Turteltaube, als Verrat an der Liebe. Der abgeschlagene Männerkopf - seit Judith und Holoferenes oder die mörderische Salome - ein Sinnbild der trügerischen Falschheit. Pfauenfedern für die Eitelkeit, mit den Perlen am Fuß beschimpft er sie abermals als Hure. Auch den Spiegel brachte Girodet an, doch diesmal ist Madmoiselle Lange von dem Geldregen so verzückt, dass sie nicht mal dazukommt, einen Blick hinein zu werfen.
Als wäre das noch nicht genug, wird auch gleich der Ehemann der Schauspielerin ordentlich vorgeführt: Als alter, lüsternder, dümmlicher Truthahn kommt dieser alles andere als gut weg.

So schön, so gut. Aber die ganzen Lästerreien sind doch eigentlich auch irgendwie nutzlos, wenn nicht wenigstens das halbe Umfeld der betreffenden Person davon Wind bekommt. Also stellte es Girodet im großen Salon von 1799 aus, und betitelte es - damit es auch ja jeder verstand - mit "Madmoiselle Lange als Danae". Die konnte gleich neben dem Gemälde ihre Schauspielkarriere an den Nagel hängen: Sie bekam nie wieder eine Rolle.
Und das, obwohl Girodet nicht ein böses Wort jemals über sie verloren hatte. Gelästert hatte er, ja - aber verdammt stilvoll.

Dienstag, 26. Januar 2010

REISE: Berlin II

Maison MCM


Schreibwerkstatt



Aspirin, Cola, Marini, bester Totenkopfaschenbecher


BOYS BOYS BOYS



Atelier



Hügo


Adidas-/Vice-Party. Stohlen fast These New Puritans die show


BOY & GIRL





Vice in der Villa


GIRLS GIRLS GIRLS



Charming Carla / Premium Aftershow-Party im Cookies


Fashion Week Closing im Picknick








auf der Bread & Butter






Vladimir Karaleev


BROT UND BUTTER









UNBEZAHLBAR


American Express-Werbung auf der Premium Aftershow-Party

Sonntag, 24. Januar 2010

REISE: Berlin



Berlin:

viel Minusgrade

ein wenig Fashionweek
viel Aftershowparty
ein wenig Schlaf
viel Club-Mate mit Wodka
ein wenig Bread & Butter
viel Übergepäck auf dem Rückflug
ein wenig Unikram
viel Maison MCM
Ich hab so Sehnsucht nach dem Kurfürstendamm.

ausgewählte Bilder folgen. Nicht viele, aber dafür schöne.

Dienstag, 19. Januar 2010

VOGUE: #2 1/2

Geschmückt mit fremden Federn.




Haarreif mit Pfauenfedern. Von meinem Arbeitgeber Risiko Fashion.

Sonntag, 17. Januar 2010

VOGUE: #2


Fashion No. 2
Weil für alles andere die Zeit fehlt: Am Mittwoch geht es nach Berlin!




























Tasche, Kleid und Jackett: Secondhand; Schuhe: Acne

Freitag, 15. Januar 2010

VOGUE: #1

To keep you interested: Fashion No.1














Schuhe: Deichmann

Foto: Lukas Z.



















Schuhe: Zara

Donnerstag, 14. Januar 2010

KUNST: Zeig deine Wunden


Tracey Emin: People like you need to fuck people like me (2002)

Wasted British Artist: Tracey Emin


Moderne Kunst ist eigentlich nur Diskussion. Das faszinierende an ihr ist ein einfaches Konzept: Man stelle etwas in einem Raum, deklariere es als Kunst, und lasse die Leute darüber sprechen. Viel mehr passiert nicht. Wie oft kommt uns beim Anblick moderner Kunst der Gedanke: Okay, also das hätte ich auch hinbekommen. Auch wir könnten – wie Damien Hirst – einen Totenschädel mit Diamanten besetzen lassen, oder eine verwesende Kuh in die Tate Gallery legen, und es als Kunst erklären. Was daher umso mehr zählt, ist der Gedanke dahinter. Und der sollte möglichst neu sein. Am besten provokativ, denn so sprechen die Leute darüber. Und die Diskussion ist das einzige, in der sich das moderne Kunstwerk weiterentwickelt.

Tracey Emin hat dieses Konzept schon lange begriffen. Die 1963 in London geborene Künstlerin produziert Provokation am laufenden Band. In ihrem Werk „My Bed (1999)“ stellt sie ihr benutztes Bett zur Schau, samt durchwühlter Bettwäsche, benutzen Kondomen und blutiger Unterwäsche. Postum würde sie mit diesem Werk für den renommierten Turner Prize nominiert. Konzept Provokation? Aufgegangen.




Tracey Emin: My Bed (1999)

Tracey Emin scheint einiges erzählen zu wollen – und sie hat einiges zu erzählen: Aufgewachsen in einer ärmlichen Vorstadt von London wird sie jahrelang von einem Freund der Familie missbraucht, sie verweigert daraufhin die Nahrung, bis ihr die Zähne ausfallen, bis in die Pupertät bleibt sie Bettnässerin. Mit 15 wird sie von einem älteren Mitschüler vergewaltigt, entdeckt Drogen und Vorstadt-Discos für sich, schmeißt die Schule und zieht nach London. Sie wird schwanger, entscheidet sich für eine Abtreibung, welche fehlschlug: Nach stundenlangen Schmerzen im Krankenhaus entgleitet ihr der Embryo in einem Taxi auf dem Weg nachhause. In ihrem Buch Strangeland beschreibt sie all diese Erfahrung ausführlich. Es ist eine erchreckende Offenheit, die sich in ihren Kunstwerken finden: Everyone I Have Ever Slept With 1963-95 zeigt die Namen all ihrer Sexualpartner.




Tracey Emin: Everyone I Have Ever Splet With 1963-95 (1995)

Zeig deine Wunden, dazu rief Beuys in einer Installation von 1965 auf. Er selbst, gebeutelt vom 2. Weltkrieg, in welchem er in einem Kampflugzeug abstürzte, thematisierte seine Erfahrungen, Meinungen und seinen Charakter. Ohne die Persönlichkeit Beuys gibt es auch kein Kunstwerk. Nur das Gesamtpaket ist zu haben. Der Schlüssel moderner Kunst ist nicht nur Provokation: Es ist auch die Einbringung der eigenen Person und der eigenen Erfahrung. Tracey Emin legt einen Seelenstriptease hin: ganz nach dieser Aufforderung, seine Wunden zu zeigen, arbeitet die Künstlerin. Mit Beuys hat sie ein wichtigen weiteren Aspekt moderner Kunst gemein: Der Künstler selbst ist genauso wichtig wie das Kunstwerk, untrennbar voneinander. Kommt das Eine ins Rampenlicht, gehört das Andere unweigerlich hinzu. Joseph Beuys war der Erste, der sich selbst als Kunstwerk einbrachte, Tracey Emin tut es ihm gleich. Habe etwas zu erzählen, tu es laut und tu es schrill, am besten gesellschaftskritisch, nehme kein Blatt vor den Mund. So die Maxime. Gib den Leuten eine Identifikationsmöglichkeit: Sei fehlbar.

Eines Tages griff Tracey Emin zu einem Pinsel und schrieb mit krakeligen Buchstaben auf eine Leinwand: „This is what I do to make money“ – das Werk verkaufte sich für mehrere Tausend Pfund. Das ist es, was Ich tue, um Geld zu verdienen. Ein Parade-Beispiel, für Tracey Emin und für die ganze Moderne Kunst: Provokation? Ja. Selbstinszenierung? Ja. Es funktioniert: Die Leute sind empört, belustigt, verständnislos. Aber es wird darüber gesprochen. Moderne Kunst ist eben nur Diskussion - um ein Kunstwerk und immer um den Künstler dahinter.

Ich schreibe gerade an einer Seminararbeit über das Thema "Narration - Narrationen : Tracey Emin", betreut von Prof. Dr. B. Lange/Kunsthistorisches Institut Universität Tübingen. Falls ich euer Interesse an Tracey Emin geweckt habe, schicke ich es zu. Eine verkürzte Version gibt es auch auf englisch.