Das Klo im Adlon war so schick, da musste ich gleich ein Foto machen. Berlin war sehr schön und vorallem: sehr sehr heiß. Seit Montag früh bin ich zurück und dürfte mich gleich von Uni und Arbeit unter Beschuss nehmen lassen. Aber: mein Bericht folgt noch! Seit heute ist mein 6. Semester (bis auf 3 Hausarbeiten und 2 Essays) gelaufen und deswegen ist etwas mehr Zeit für Schlafen und Bloggen übrig, als etwa in Berlin. Da war es zu heiß zum Schlafen und ich zu müde zum Bloggen. Das ändert sich aber jetzt. Stay tuned!
Neuester Trend: kaputte und geschundene Beine. Für den real-wasted-Look.
Tag 2. Kein schicker Shuttle-Bus, daür aber mit der U2 zum Bebelsplatz. auch okay.
Picknick um 2 Uhr nachts. Wer konnte auch wissen, dass wir über eine halbe Stunde Fußweg zur Manhatten-Tush-Aftershow-Party vor uns hatten?!
Hipster-Spatz in Friedrichshain. Der hat es bestimmt schon in die Vice geschafft.
... wurde dieses Foto aufgeommen. Irgendwann zwischen 8 und 9 uhr morgens, nach dem gefühlten 10. Wodka Bull auf der Fashion-week-closing-Party im Picknick Berlin. Mal sehen, ob ich es schaffe, dieses Jahr ähnlich kaputt auszusehen.
In ein paar Stunden geht es für mich zur Modewoche in Berlin. Leider ist noch nichts annähernd gepackt und vorbereitet, denn der kleine Ausflug steht nicht gerade unter den besten Vorzeichen. In meinen letzten Seminar habe ich heute hochdramatisch und eine Minute vor Schluss das Bewusstsein verloren und bin erst 15 Minuten später wieder aufgewacht. Danach lag ich bis eben komatös im Bett. Falls Jemand Tipps für einen schwachen Kreislauf und niedrigen Blutdruck hat, bitte her damit!
Ich wünsch mir so ein Erlebnis nie wieder und euch ein schönes Wochenende, in einer Woche berichte ich euch vom Erlebten in der Hauptstadt. Mal sehen, ob ich wieder so ein schönes Fahrrad ergattern kann (es war lila und pink!).
Am Wochenende wurde ich gleich doppelt von der Vergangenheit eingeholt. Freitag und Samstag war ich auf Abibällen und wurde jäh an meinen eigenen vor 4 Jahren erinnert. Sehr seltsam war es, dennstrahlenden Abiturienten zu zusehen, die nun große Pläne für die Zukunft schmieden. Allen, die gerade ganz frisch ihren Abschluss in der Tasche haben: Alles Gute - und vor allem: viel Glück bei den Bewerbungen für den Studienplatz. Und falls euch die Traum-Uni nicht nimmt: halb so wild. Mir hat es auch nicht geschadet. Kleid: COS; Schuhe & Tasche: Zara; Headpiece über Risiko Tübingen; Boys: Fast-Abiturient und Abiturient.
Den sahara-ähnlichen Samstag - der erste freie seit Monaten- habe ich in Stuttgart verbracht, und beim Spiel bin ich eingeschlafen. Aber erst nach dem zweiten Tor. Ich finde, dann kann man das entschuldigen. Hemd: Cheap Monday, Shorts: sehr alte, abgeschnittene Leggings; Schuhe: Deichmann; Tasche: Vinatge; Neue Lieblingskette H&M
Es gab bis jetzt nur zwei Bands für die ich an dem Tag der Veröffentlichung eines neuen Albums frühmorgens aufgestanden bin und mich auf dem Weg zum nächsten Musikgeschäft meines Vertrauens gemacht habe, da ich es kaum erwarten konnte, mich für mindestens eine Stunde in mein Zimmer einzusperren und das neue Werk von vorne bis hinten durch zu hören. Und nochmal. Und nochmal. Das waren bis jetzt Interpol und - natürlich - Radiohead. Morgen kommt eine weitere hinzu. Wolf Parade.
Als ich das erste Mal auf diese Band aus Montreal stieß, fand ich sie schrecklich. Gefunden hatte ich sie auf einem Myspace-Profil eines alten Freundes, der mir schon - da wären sie wieder - Interpol und Radiohead nahe gelegt hatte. Ich hörte damals I'll believe in anything, oder zumindest tat ich das die ersten 30 Sekunden. Zu laut, zu ungewohnt, zu breit angelegt, und diese Stimme: Spencer Krug heulte in sein Mikrophon währendArlen Thompson dazu auf sein Schlagzeug einschlug (an welchem er schon übrigens für Arcade Fire saß).Nicht mein Fall.
Allerdings hatte es Spencer Krug wohl auf mich abgesehen. Das Album Shut Up I am Dreaming seines Nebenprojekt Sunset Rubdown flatterte kurze Zeit später per Amazon in meine damalige Wohnung in Gießen. Zusamme mit einem Linguistik-Buch, dass ich mir für die Uni bestellen musste. Ich hatte die Platte dort entdeckt und, naja, das Cover gefiel mir. Und der Titel. Also klickte ich auf 'bestellen'. Ich hatte keine Ahnung, dass es sich hierbei um den Sänger von Wolf Parade handelte. Das Lingustik-Buch habe ich bis heute nicht aufgeschlagen, dafür das Album tausendmal gehört. DerSong Shut Up I Am Dreaming Of Places Where Lovers Have Wings hatte mich schnell fest im Griff, und so auch die Repeat-Taste. Faszinierend waren der ungewöhnliche Aufbau des Songs: Kein Refrain, aber dafür eine Geschichte. Ein bisschen wie ein Hörspiel. Und kryptische Texte fand ich schon immer toll. Und so auch langsam Spencer Krug. He wants to send you drawnings, drawnings of men with faithfull hands. They'll make so good boyfriends. He wants to tell you stories, stories of boys who stump their feet, saying: Shut shut up, I am dreaming of places where Lovers have wings. also gut, Spencer, dann leg mal los. Um mich war es geschehen mit dem Song Fine Young Cannibals von Wolf Parade. Mit größter Wahrscheinlichkeit das schönste, bezaubernste, unkitschigste und klügste Liebeslied auf der Welt. Ich habe diesen Song 3 Tage gehört, wo ich konnte, und sonst nichts. Ich liebe ihn immernoch. Denn das ist das unglaubliche an Wolf Parade: Es ist unmöglich, ein Lied tot zu hören. Es wird nur besser - wenn man sich nicht abschrecken lässt. Die besten Alben sind doch immer die, an denen man arbeiten muss. Die man so lange hört, bis man sich darauf einlassen kann. Inzwischen finde ich jeden Song grandios. Sogar I'll believe in anything. Sehr sogar. Wer braucht denn schon Liebe auf den ersten Blick? Wolf Parade sicher nicht. Expo 86 erscheint morgen, und wird mich hoffentlich ratlos zurücklassen. Ich hoffe auf ein sperriges, unbequemes Album, mit vielen Ecken und Kanten. Alles andere wäre ja auch irgendwie zu einfach. Diese Band lässt nicht jeden an sich heran: Man muss schon etwas dafür tun.
Tausend Blitze Treffen wie Schauer in mein Herz Wenn ich gen Himmel blicke Sehe ich das Ende der Welt.
Maximilian Gernandt
Samstag Abend: hypochondrische Anfälle und Lebensplanung bei Wodka-Pfirsich, Wodka-Rivella oder Wahlweise Pernod, danach Paul Celan zitierend (und Maxis dichterisches Talent bewundernd) durch die Straßen Stuttgarts, ein halbherziger Besuch im Keller Klub, ein stark verspätetes Frühstück (Rhabarber- und Kirschkuchen!) im Schlosspark und schließlich ein Spaziergang durch die leergefegten Straßen, während Deutschland die Engländer zum Teufel jagte. Kein einziges Mal zuhause, keine Zeit zum Umziehen. Aber dieses Outfit hat mich gut durch die letzten 20 Stunden gebracht. Und dafür hat es einen Post verdient.
Leggings: Vila; Shirt: h&m for men; Blazer: Daniel Hechter; Schuhe: Vagabond
Unbedingt im Kalender anstreichen und hippe Triangles dazu malen:
Ersteres wird heute in einer Woche veranstaltet von zweiterem: Robin Gordon hat für uns ein 5-Sterne-Dinner der elektronischen Musik zusammengestellt. Boys and Girls, kommt zahlreich ins Universum Stuttgarts, tanzt und trinkt und freut euch des Lebens. Let's drink an be merry! (1.Korinther 15,32. Den Rest des Zitats spare ich mir besser, ganz so heftigt solltet ihr dann auch nicht feiern.)